Zahnzusatzversicherung abschließen – und dann werden alle Implantate erstattet?

Implantate sind eine moderne, ästhetische, sehr komfortable Form des Zahnersatzes, die im Fall des Falles echte Lebensqualität bedeutet. Hochwertige Lösungen haben natürlich ihren Preis und werden im Rahmen der GKV-Regelversorgung für Zahnersatz nur befundbezogen bezuschusst. In Zahlen sind das ca. 400 Euro Zuschuss bei ca. 2.500 Euro Gesamtkosten für ein Implantat mit Suprakonstruktion (Krone auf dem Implantat). Um den Eigenanteil möglichst gering zu halten und die Haushaltskasse zu schonen, macht eine Zahnzusatzversicherung wirklich Sinn. Immer wieder verbindet sich damit die Frage: Werden denn von einer sehr guten Zahnzusatzversicherung auch alle Implantate übernommen? 

Drei Punkte sind zu beachten: 

Erstens: Wähle eine Zahnzusatzversicherung, die die Anzahl und den Erstattungsbetrag pro Implantat NICHT begrenzt. Darüber hinaus sollte der Erstattungssatz für Implantate bei mindestens 80% vom Rechnungsbetrag abzüglich Kassenanteil liegen. 

Zweitens: Entscheidend ist die medizinische Notwendigkeit. Die Beurteilungsformel für den Begriff der medizinischen Notwendigkeit lautet nach  höchstrichterlicher Rechtsprechung: „Eine Behandlungsmaßnahme ist medizinisch notwendig, wenn es nach den objektiven medizinischen Befunden und wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Zeitpunkt der Behandlung vertretbar war, sie als medizinisch notwendig anzusehen“. 

Drittens: Renommierte Versicherer orientieren sich bei der Leistungserstattung für Implantate an den wissenschaftlich begründeten Empfehlungen der Konsensuskonferenz für Implantologie. Die Konsensuskonferenz ist eine Kooperation mehrerer zahnmedizinischer Berufsverbände, wissenschaftlicher Fachgesellschaften und Verbände. Sie versteht sich als neutraler Platz der wissenschaftlichen Meinungsbildung zum Zweck der Umsetzung des Tätigkeitsschwerpunktes Implantologie. Den Fachleuten geht es um Qualitätssicherung durch eine einheitliche Definition medizinischer Maßstäbe und übereinstimmende Festlegung von Fortbildungsinhalten auf diesem speziellen Gebiet der Zahnheilkunde. 

Die Konsensuskonferenz hat Indikationsklassen für die Implantatversorgung beschrieben und eine Präambel aufgenommen: „Die optimale Therapie des Zahnverlustes ist der Ersatz jedes einzelnen Zahnes durch ein Implantat. Dabei ist der 8. Zahn eines Quadranten in der Regel nicht zu ersetzen und die Notwendigkeit des Ersatzes des 7. Zahnes individuell kritisch zu würdigen. Da dieses Optimum aus verschiedensten Gründen (insbesondere anatomische, wirtschaftliche) nicht immer erreicht werden kann, sind die nachfolgenden Regelfallversorgungen aufgestellt.“ Diese sind auf der Homepage der Konferenz nachzulesen. Hier das Beispiel Frontzähne (Indikationsklasse I a): „Wenn bis zu vier Zähne der OK-Front fehlen, die Nachbarzähne klinisch intakt sind: 1 Implantat je fehlendem Zahn. Wenn bis zu vier Zähne der UK-Front fehlen, die Nachbarzähne klinisch intakt sind: 2 Implantate sollen die fehlenden Zähne ersetzen.“ Und: „Die definitive Anzahl der Implantate richtet sich stets nach der jeweiligen Situation und Position der natürlichen Zähne, so dass die endgültige Entscheidung dem Behandler in Absprache mit seinem Patienten obliegt.“ 

Es gibt also medizinisch und auch wirtschaftlich begründete Regeln/Empfehlungen zur optimalen Versorgung der Patienten mit Implantaten. Im konkreten Fall eines Kunden bedeutete das eine Ablehnung seines Wunsches nach zwei Implantaten im Backenzahnbereich. Meine Empfehlung: Reiche, auch wenn Dein Tarif es bedingungsgemäß nicht vorschreibt, vor der Versorgung mit Implantaten stets einen Heil- und Kostenplan bei DeinemVersicherer ein.

Viel Freude bis zum nächsten Artikel wünscht

Peter

Zahnzusatzversicherung: Wozu braucht man eine?

Warum sollte man eine gute Zahnzusatzversicherung haben?

Das ist mit wenigen Worten gesagt:
1. Ihre Krankenkasse zahlt bereits seit 01.07.2005 nur noch befundbezogende Zuschüsse.
2. Diese Zuschüsse beziehen sich nur auf die so genannte Regelversorgung.
3. Die Regelversorgung = einfache Ausführung + preiswertes Material (…Zahnschönheit?)

Vorteil: Wir können als Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)  selbst mit entscheiden, welche Art von Zahnersatz zum Einsatz kommt, da sich der Kassenzuschuss auf den Befund (z.B. Schließung einer Lücke) und nicht auf die Art der Versorgung (z.B. Prothese, Brücke, Implantat) bezieht. Voraussetzung ist, dass wir die finanziellen Möglichkeiten dazu haben.

Nachteil: Finanzielle Möglichkeiten haben bedeutet immer, dass sich die Kostenver”Antwort”ung auf mich als Versicherten verlagert. Die “Antwort” kann ich in Form von genügend Erspartem oder einer guten Zahnzusatzversicherung (z.B. ARAG, Barmenia, Württembergische, Ergo Direkt, CSS) parat haben. Trotz der Kürzungen können sich die Leistungen unserer Kassen im internationalen Vergleich noch sehen lassen (wir wollen nicht nur negativ argumentieren). Es gilt nur, die Eigeninitiative zu ergreifen und Lücken rechtzeitig zu schließen.

Gib mir ein einfaches Beispiel (mit Bonusheft 10 Jahre lückenlos):

OHNE Zahnzusatzschutz. Was die Kasse zahlt:
 
Versorgung      Kosten
 
   Zuschuss
 
  Eigenanteil
 
 1 Implantat    2.300,- €           363,- €     1.937,-€
 1 Keramikkrone       500,- €           153,- €        347,-€
 1 Inlay       320,- €             30,- €        290.-€

 

 MIT Zahnzusatzschutz. Wie z.B CSS hilft:
 
 Versorgung
 
      Kosten
 
   CSS + Kasse
 
  Eigenanteil
 
 1 Implantat     2.300,- €        2.070,- €   nur  230,-€
 1 Keramikkrone        500,- €           460,- €   nur    40,-€
 1 Inlay        320,- €           288,- €   nur    32.-€

 

Fazit: Zahngesundheit ist persönlich und Zahnschönheit in unserer Gesellschaft wichtig. Regelversorgung bedeutet einfache Ausführung + preiswertes Material. Beste Qualität verlangt, selbst Initiative zu ergreifen. Die seit 2005 geringeren Erstattungen der Krankenkassen für Zahnersatz, machen den Zahnarzt für uns Patienten zum teuersten Arzt. Nach meinen Erfahrungen gilt: Vorbeugen ist besser, als nach hinten fallen…wenn die erste Zahnarztrechnung auf dem Tisch liegt.

Die Frage ist nun:
Basisabsichernung oder…              …Hochleistungstarif ?

                                      

Meine Tipps:
1. Eine Zahnzusatzversicherung lohnt sich vor allem dann, wenn sie zusätzlich Leistungen für professionelle Zahnreinigung und Kunststofffüllungen bietet. Diese Tarife haben meist auch die höheren Erstattungssätze für Zahnersatz. Sie haben einen sofortigen Geldrückfluss durch die Erstattung der jährlichen Prophylaxe. CSS, ARAG und Barmenia bieten diese Leistung.
2. Um den Eigenanteil für nur ein Implantat bei sagenhaften 5% Zins selbst zusammen zu sparen, müssten Sie 5 Jahre lang jeden Monat diszipliniert 27,76  Euro  beiseite legen – und das Geld dann auch für nichts anders ausgeben. Eine gute Zahnzusatzversicherung hilft auch dann…wenn es mal mehr als ein einziges Implantat ist und dieses vor Ablauf von 5 Jahren erforderlich wird.
3. Wenn Sie einen Tarif bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse abschließen wollen, klären Sie vorher ab, ob Sie bei einem Kassenwechsel die Zusatzversicherung überhaupt mitnehmen dürfen.
4. Eine gute Orientierung bei der Tarifauswahl bietet die Stiftung Warentest mit FINANZTEST. Die Testergebnisse sollten jedoch nicht die eigene Recherche ersetzen. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Berater, am besten einem Versicherungsmakler, vor dem Abschluss. Er kennt die Annahmerichtlinien der Versicherer, und kann Ihnen gegebenenfalls Alternativen anbieten. Darüber hinaus hat sein Wort aufgrund meist jahrelanger Geschäftsbeziehungen beim Versicherer ein hohes Gewicht, wenn es eventuell um die Klärung von Konfliktfällen geht.
5. Schließen Sie den Vertrag rechtzeitig ab. Treffen Sie eine Entscheidung, anstatt monatelang, ja jahrelang mit der Idee eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen, ”schwanger” zu gehen. Es gibt ein zu spät, und billiger werden die Tarife eher nicht. Ein Angebot zur CSS-, ARAG-, Barmenia-, Württembergischen-, oder Ergo Direkt Zahnzusatzversicherung können Sie hier kostenlos anfordern. Interessant ist auch das informative Video zum Thema: “Wozu Zahnzusatzversicherung?” auf der gleichen Seite.

Viel Spaß beim Anschauen!